Eine Bio schreiben, die Matches bringt

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Kaum Matches? Bevor du dem Algorithmus die Schuld gibst, sieh dir deine eigene Bio an. Sie ist der einzige Hebel, der vollständig in deiner Hand liegt — und genau dort fallen die meisten Profile auseinander.

Hier eine Methode, die sich sofort anwenden lässt.

1. Die Grundregel: zeigen statt behaupten

Schlecht: «Ich reise gern.»

Gut: «Ich komme gerade von achtunddreißig Tagen auf einem Fernwanderweg zurück; ich gehe noch immer eine Stunde, bevor ich zur Arbeit fahre.»

Der zweite Satz ist konkret. Er gibt einen Griff («wie war der Weg?»), zeigt einen Wesenszug und filtert in die richtige Richtung.

Die Regel: Wenn die Hälfte der App deinen Satz abschreiben könnte, streiche ihn.

2. Sieben Floskeln, die weg müssen

  1. «Ich mag das Meer und Ausgehen»
  2. «Einfach und ehrlich»
  3. «Ich genieße die schönen Dinge des Lebens»
  4. «Ich suche nichts Kurzes»
  5. «Qualität vor Quantität»
  6. «Familie über allem»
  7. «Frag einfach»

Warum sie dir schaden: sie schließen niemanden aus. Und der Zweck einer guten Bio ist, so seltsam es klingt, die Unpassenden fernzuhalten, damit die Passenden sichtbar werden.

3. Aufbau: vier bis sechs Zeilen

Eine gute Bio passt in vier bis sechs Zeilen. Darüber hinaus scrollt man weiter.

  • Zeile 1: etwas Konkretes, das du gerade machst — ein Vorhaben, eine Gewohnheit, eine neue Entdeckung.
  • Zeile 2: dein Beruf oder dein Hauptinteresse, wie ein Mensch gesagt und nicht wie ein Bewerbungsschreiben.
  • Zeile 3: etwas Komisches, ein wenig Abstand zu dir selbst.
  • Zeile 4: was du genau suchst — nicht «eine ernste Beziehung», sondern «jemanden, der streiten kann, ohne laut zu werden, und an einem verregneten Sonntag auf dem Sofa liest».
  • Optional: eine kleine Aufgabe oder eine Frage, die ein Gespräch öffnet.
  • Optional: eine Grenze, die du nicht überschreitest — der Filter, den die App nicht für dich setzt.

4. Zwei Beispiele, die funktionieren

Vor sechs Monaten habe ich eine Töpferscheibe in die Garage gestellt. Ich habe herausgefunden, dass ich schlecht darin bin und dass es mich mehr beruhigt als Meditation.

Tagsüber arbeite ich mit Daten. Abends laufe ich im Park und sehe Filme mit Untertiteln.

Ich suche jemanden, der weiß, warum er mag, was er mag. Zusatzpunkt, wenn du mir erklärst, warum dein Lieblingsregisseur überschätzt ist.

Keine Fernbeziehung — dafür habe ich keine Reserven.

Ich kam aus der Uni mit der Überzeugung, das Programm zu schreiben, das die Welt verändert. Jetzt bin ich Berater und lerne abends Gitarre — bescheidener.

Drei Dinge, über die ich lache: alte Comedy, Katzen, die auf Parkett wegrutschen, und meine eigenen Versuche mit thailändischem Essen.

Ich suche etwas Ernstes — ohne Eile, aber echt. Jemanden, der ein Gespräch bis zum Nachtisch hält, ohne aufs Handy zu schauen.

5. Apps mögen leere Profile nicht

Die heutigen Algorithmen erkennen eine dünne Bio und zeigen sie seltener. Eine leere Bio kostet doppelt: weniger Matches, wenn du gesehen wirst, und weniger Gelegenheiten, überhaupt gesehen zu werden.

Bei Mad2Moi zählt beides — die Länge der Beschreibung und das Vorkommen unterscheidender Wörter: konkrete Interessen, Werte, ein Zug, der heraussticht.

6. Die Leserin ansprechen — oder nicht

Ein kleines Detail, das alles verändert: die Leserin direkt anzusprechen («wenn du das liest, sag ja zu…») wirkt weit besser als eine distanzierte Formulierung oder das Reden über sich in der dritten Person.

Gut: «Wenn du je um eins nachts einen Schrank nach Anleitung zusammengebaut hast, verstehen wir uns.»

Schlecht: «Sarah, 35, mag Heimwerken und gutes Essen.»

7. Fotos und Bio sind ein Stück

Deine Bio soll mit deinen Fotos sprechen. Gibt es ein Gipfelfoto, nenne den nächsten Berg. Posierst du mit einem Instrument, sage, was du spielst und wann.

Ein Profil, dessen Fotos und Text sich widersprechen — «ich schätze Einfachheit» neben einem Bild im Smoking auf einer Yacht — weckt Misstrauen.

In der Praxis

  1. Schreibe deine Bio in zehn Minuten, ohne endloses Feilen. Was lebendig ist, gewinnt.
  2. Lass sie zwei Freunde lesen; sie sagen dir, ob sie überzeugt oder nach Floskel klingt.
  3. Überarbeite sie nach einer Woche: kommt nichts zurück, liegt es meist an der Bio oder am Hauptfoto, nicht am Inhalt deiner Nachrichten.

Bei Mad2Moi kannst du deine Beschreibung jederzeit in den Profileinstellungen ändern; jede Änderung geht durch die Moderation.

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