Diskrete Erkennungszeichen: was sie lösen, und warum wir kein Armband verkaufen
Ein Leser hat uns auf diese Seite hingewiesen: sie stellte ein bestimmtes Armband als Produkt zum Bestellen dar, zu einem bestimmten Preis, mit einem «jetzt bestellen»-Link — nur existierte der Link nicht, und die «sehr bald» angekündigte Verfügbarkeit war seit über einem Jahr angekündigt.
Wir haben die Seite neu geschrieben. Wir verkaufen kein Armband, wir nehmen keine Provision, und wir verweisen auf keinen Shop. Es bleibt die einzige interessante Frage: wozu ein diskretes Erkennungszeichen gut ist.
Warum Gruppen sich Zeichen geben
Ein diskretes Zeichen hilft, wenn es sozial zu teuer ist, Dinge laut zu sagen. Es gibt es überall und seit immer: ein Band, eine Farbe, eine Nadel, eine Gebärde. Es erlaubt, jemanden zu erkennen, ohne sich vor dem ganzen Raum zu erklären.
Das löst ein echtes Problem: die Erschöpfung, sich zu rechtfertigen. Wenn jedes Gespräch mit einer Erklärung beginnt, fängt man irgendwann keine Gespräche mehr an. Ein Zeichen streicht die Einleitung.
Was es nicht löst
Ein Zeichen sagt nichts über den Menschen. Es zeigt eine Zugehörigkeit — keinen Charakter, keine Ehrlichkeit, keine Verträglichkeit. Es zu tragen ist keine Garantie, es zu erkennen keine Vorauswahl.
Ein Zeichen wird kopiert. Sobald es erkennbar ist, kann es jeder benutzen, der Vertrauen wecken will, ohne es verdient zu haben. Das gilt für aktivistische Zeichen wie für kommerzielle.
Ein Zeichen kann einschließen. Eine Gruppe, die sich erkennt, spricht am Ende manchmal nur mit sich selbst, und das ist das Gegenteil von dem, was ein Zeichen ermöglichen soll. Zugehörigkeit, die das Gespräch ersetzt, ist eine Verarmung, kein Schutz.
Und wenn du Menschen suchst statt eines Gegenstands
Dieselbe Antwort wie überall sonst in diesem Blog: sag es schlicht in deiner Beschreibung, und geh dorthin, wo Engagement schon sichtbar ist — ein Verein, eine Werkstatt, ein Lesekreis, ein Treffen zu einem bestimmten Thema. Was filtert, ist ein Gespräch, kein Schmuckstück.
Bei Mad2Moi gibt es keinen «Freidenker»-Filter und kein Abzeichen dieser Art, und wir werden keines schaffen: das liest man in einem Gespräch binnen Minuten, und zertifizieren lässt es sich nicht.
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